Informatik GK bei Herrn Nagel

"Juhu, während der Schulzeit vorm Computer rumhängen und auf die Tasten kloppen!". So oder ähnlich werden wohl die meisten gedacht haben, als sie Anfang der 11.1 Informatik als Grundkurs wählten, obwohl niemand wirklich eine Ahnung davon hatte, was ihn erwarten würde. Aber als wir dann endlich in einem supervollen Kurs immer zu zweit an einem Rechner saßen, wurde uns allen klar, dass wir richtig gewählt hatten! Der Unterricht bestand in dieser Phase wirklich nur daraus, vor Computer zu sitzen, mehr nicht. Wer Lust hatte, und vor allem wer konnte, folgte dem Unterricht und versuchte, das Beste draus zu machen, der Rest aber unterhielt sich, haute sinnlos auf die Tasten oder machte einfach blau. Aber im Laufe der Zeit, während sich die Anzahl der Kursteilnehmer unaufhaltsam der Zahl 6 näherte, waren wir immer öfter in der Lage, den Unterricht mit Sinn zu füllen. Zum Beispiel fanden wir heraus, wie man eine Doppelstunde mit Spaß füllt, indem wir 90 Minuten lang gemeinsam im Raum saßen und nicht sprachen, sondern uns per Text-Messages unterhielten.
Wenig später entdeckten wir dann die eigentliche Existenzberechtigung eines Computers: Netzwerkspiele! Kaum war das Spiel NetWars entdeckt, entbrannten heftige Weltraumkriege, die nur von der 10 Uhr-Pause gestoppt werden konnten (nicht aber von Herrn Nagel :-)). So Anfang 12 ging es dann etwas härter zur Sache, als plötzlich Duke Nukem 3D im Netz auftauchte und wir uns im wahrsten Sinne des Wortes virtuell in den Arsch treten konnten. War das ein Spaß! Das ging soweit, dass fast der gesamte Kurs mal freiwillig eine Stunde länger geblieben ist. Zu dem Zeitpunkt gab’s aber schon Descent, was noch mehr rockte und noch mehr die Fetzen flogen!
Aber auch die Zeit der Zockerei ging vorbei, weil ständig am Netzwerk gearbeitet wurde, Spiele gesperrt, wieder freigegeben oder ganz gelöscht wurden. Aber irgendwas zu tun gab es immer, und wenn es nur das Durchstöbern des Internet-Zwischenspeichers nach Nackt-Fotos war. Ab und zu durften wir aber auch mal richtig in echt im Internet surfen, und darin kennen sich die meisten von uns ja bestens aus.
So wie sich das Netzwerk im Laufe unserer Oberstufenjahre weiterentwickelt hatte, machten wir aber auch Fortschritte, denn ab und zu machten wir trotz allem auch mal was Unterricht. Hatten wir uns nämlich am Anfang der Oberstufe noch mit Problemen wie: "Wo is' das verdammte B??" herumgeplagt, wurde unser Wissen immer größer und komplexer, und in der Abi-Klausur wird sich der eine oder andere (besser gesagt David und ich) z.B. fragen müssen: "In welchem verdammten Register steht noch mal der Offset für mein Namens-Array?" oder "Wie funktioniert die Modulo-Funktion in Ali-Assembler??".
Was ich damit sagen möchte ist, dass, obwohl wir statt Informatik auf unseren Stundenplänen auch Lach-und-Spaß-Stunde hätten eintragen können, wir einiges gelernt haben, besonders in der 13. Und das verdanken wir alles Herrn Nagel, der immer sehr geduldig mit uns war, uns nicht unter Druck gesetzt hat, faire Klausuren und Noten verteilt hat und ansonsten ein toller Lehrer für uns war.

Ich möchte mich im Namen der wenigen Leute, die noch geblieben sind, herzlich für 3 tolle Jahre bedanken.

Markus B.

Von links: Herr Nagel, Thomas B., Daniel F., Markus B., Patrick K., David B.