Religions-GK

Unsere Zeit im Religions-GK bei Herrn Wüsthoff stand von Beginn an unter dem Motto: man lernt nicht für die Schule, sondern fürs Leben.

So zeigte er uns, einmal seiner den Schülern wohl bekannten fahrenden Kirche entstiegen, regelmäßig unter unseren skeptischen Blicken, wie man sich durch Entfernen von in vorigen Stunden zusammengesammelten Papiertüten, Kaugummiresten, Schnipseln, Kreide, Schwämmen und Schwalben eine angenehme Arbeitsatmosphäre schafft (für ihn, denn wofür hatten wir uns vorher stundenlang bemüht, das perfekte Chaos und somit ein unseren Ansprüchen entsprechendes Ambiente zu schaffen, nach dem Motto: wer Ordnung hält, ist nur zu faul zum Suchen.).

Aber damit nicht genug. Wir sind uns sicher, dass wir zumindest am Ende der Schulzeit die schwierige Kunst des „Umschaltens“ von belanglosen Pausengesprächen zu intellektuell stimulierenden, weltbewegenden und höchst theologischen Unterrichtsdiskussionen erlernt haben. Wir bedauern sehr, dass Sie, lieber Herr Wüsthoff, die Früchte Ihrer Bemühungen nun leider nicht mehr ernten können (Wie wäre es mit einem Kurstreffen?).

Nach mehr oder weniger erfolgreichem Umschalten begann der Unterricht zunächst recht harmlos, meistens mit der Lektüre eines Textes, die dann in eine Diskussion über höchst wichtige Kerngedanken mündete (Brainstorming).
Nun folgte eine der beiden von unserem "Ned Flanders" sehr geschätzten Unterrichtsvarianten.
Variante 1: Zu unserem körperlichen Wohlbefinden fand ein kollektives Tische Rücken statt mit dem Ziel „Gruppentherapie“. Gruppenweise sollten wir unser recht bescheidenes und daher zu perfektionierendes Fachwissen erweitern und den anderen in Form von Statements oder Referaten verständlich vermitteln.
Häufig mündeten unsere verzweifelten Bemühungen auch in Variante 2: dem Erstellen eines Tafelbildes. Hierbei ist nicht die Rede von irgendeinem gewöhnlichem, nein!, sondern von einem theologisch höchst fundierten Tafelbild, dessen Inhalt wohl nur Herrn Wüsthoff plausibel erschien.
Kein „Wunder“ also, dass unser nächstes Thema dann auch die Sinnlosigkeit des Seins (Albert Camus) sein sollte. So bemerkte der Schüler A sehr treffend: „Herr Wüsthoff, ich finde diese ganze Diskussion quasi ziemlich sinnlos!“, womit er den meisten aus dem Herzen sprach.

Zum Schluss möchten wir uns bei Ihnen, Herr Wüsthoff, bedanken. Wir rechnen Ihnen hoch an, dass Sie bei allem Umschalten den Humor nie verloren und dass es Ihnen gelungen ist, uns trotz/wegen Ihrer bizarren Tafelbilder für das Leben etwas beizubringen.
Ihr Reli-GK '99

Lydia E., Carola F., Kathrin S.-K.

Von links: Roman S., Mark V., Michael A., Christian S., Thorsten H., Katrin P., Daniel N., Jenny F., Cengizhan D.