Hengelhoeff '98 - "...denn Brüssel ist ein schöner Ocht!"

Ringgg, ringgg, ringgg - 6.30 Uhr - das kann unmöglich schon der Wecker sein! Ich möchte eigentlich lieber liegen bleiben, doch der Gedanke daran, dass ich dann eine unsanfte Fremdweckung erfahren könnte, treibt mich aus dem Bett - es gibt kein Entrinnen. Zum Glück habe ich in meinem jungen Leben verinnerlicht, was zwischen Aufstehen und Aufbruch geschehen muss. Ich gab mir ehrlich Mühe und beeilte mich auch, aber

Zeitplan um sieben Minuten überschritten.

Abfahrt also erst um 7.17 Uhr. wenn man ganz fest daran glaubt, dass man nicht müde ist, dann schafft man es auch, die zwei stunden Fahrt durchzuhalten. Einige drohten auf dem letzten Stück schlapp zu machen; schlapp machte letztendlich aber nur die Klotür, die Petra in der Toilette gefangen hielt. Herr Steffen versprach schnelle Hilfe: "Es ist ja nicht mehr weit !" Unerwarteterweise öffnete nicht Christoph H. aus O. diese Tür, sondern unser verlässlicher Busfahrer. Nach unserer Ankunft begaben wir uns dann zu Fuß zum Sitz der EU-Kommission, wo wir um 10.13 Uhr einliefen.

Zeitplan um 13 Minuten überschritten.

Bei der Ankunft im Plenarsaal zuerst großes Entsetzen: Genauso kraftlos wie wir war auch das "Mineral"wasser. Auf den Stühlen sitzend schwand einigen schon wieder das Bewusstsein, doch mit rettender Hand griff da ein Referent ein, der als erster heute schaffte, diese träge Masse zu begeistern. er führte uns eine lebendige, menschliche EU vor Augen. Um diesen Vortrag zu ergänzen begaben wir uns darauf in den so genannten Info-Point, wo wir lernten, dass... eh... ähm..., dass Jörg uns schon fast alles Wissenswerte beigebracht hat, vervollständigt durch den Referenten der Kommission. Ruhigen Gewissens konnten wir uns also dann zum Sitz der Konrad-Adenauer Stiftung begeben - Essen fassen! Eine unheimlich freundliche Vertreterin lud uns zum Essen in einen wunderschönen Saal ein.

Nach dieser außerordentlich positiven Erfahrung stiegen wir wieder in unseren Bus, um uns, begleitet von einer äußerst quirligen und sympathischen Sprachakrobatin, auf die darauf folgende Stadtrundfahrt zu begeben. Lieder machten sich bei einigen doch die zu Schlafpausen mutierten Nächte bemerkbar - Brüssel im Nebel, im Nebel auch diese. Die Impressionen vor den Fenstern brachten uns zu der Erkenntnis, dass sich über die Schönheit dieser Stadt streiten lässt - mal stand uns der Mund vor Staunen offen, mal verzogen wir das Gesicht.

Nachdem wir uns redlich bemüht hatten, uns den Rest des Atomiums hinzuzudenken (denn im Nebel auch dieses), kamen wir zum sehnlichst erwarteten Stadtrundlauf an frischer Luft. Brüssel ist groß, verwirrend und hat einen wunderhübschen "Großen Platz". Etwas enttäuschend dagegen das Männeken Piss. Doch wir haben es gesehen. Fraglich bleibt jedoch warum dieses kleine Männchen das Wahrzeichen einer so großen Stadt ist. Wir assoziierten es mit der fehlenden Kanalisation...

Und dann: Auf in die Selbständigkeit! Davon nutzten wir auch jede Minute, ließen es uns jedoch nicht nehmen, mit Herrn Steffen in einer originellen Bierstube die flüssigen Vorzüge Belgiens zu genießen. Einige wollten auf den letzten Drücker wohl noch unauffällig ein kleines Souvenir mitgehen lassen, was peinlicherweise schlecht organisiert war und deshalb misslang - "Die Wessis haben den Ossis wohl doch noch was voraus." (Zitat Frau Richter) Doch ungetrübt von diesem Zwischenfall begaben wir uns müde und zufrieden und ...hicks... zurück zum Bus. Um 20.30 Uhr

Wieder im Zeitplan!

Traten wir dann die Rückreise an, auf der wir von unseren Schlafbedürfnissen übermannt wurden... chrrrrrr...

An dieser Stelle vielen Dank an das begleitende Lehrerpersonal - auch für die bezeugte Solidarität... - nicht nur für diesen schönen Tag, sondern für eine supergeile Woche. Gerade die mit den Chemnitzern geschlossenen Freundschaften trugen dazu bei, dass diese tage ein unvergessliches Erlebnis für uns sind. Wir wünschen auch den folgenden Teilnehmern viel Spaß in Hengelhoeff.

Dankeschön!

Jenny F., Johanna R.