Erdkunde Leistungs(!)kurs

War das ein Leistungskurs! Schüler des Heine kämpften sich zusammen mit ein paar Elsa – Schülern durch Tabellen, Karten, Diagramme, Bilder, Texte, Atlanten und mit einem Lehrer, der sich als ein wahres Original herausstellte.

Monsieur Bahrke, der einzige Lehrer, der akribisch nachprüft, ob die (unzähligen) Hausaufgaben gemacht werden, der Bayern – Fan, der in Klausuren Würstchen mit Senf isst, gemeinhin als „Saufziege„ gilt, liebevoll die Kaffeetassen seiner Kollegen spült, häufig auf die Kosten seiner Schüler versucht, „seinen Freund„ Harald Schmidt nachzuahmen und nach Meinung einiger Eltern unter einer Profilneurose leidet, führte uns in die Tiefen der Geographie ein und kam nicht immer bei einem schlaffen, müden und wenig ambitionierten Kurs an. Seine Arbeitswut tat dem Kurs teilweise richtig weh, denn er gab uns hunderte Aufgaben auf, und jedes mal zitterten die Schüler, 3 spielten mit Stiften oder schauten auf ihre Blätter, um nur nicht dran zu kommen, da die Aufgaben peinlich genau gelöst wurden und selten jemand in die Nähe der Vorstellungen des Fachlehrers kam. Dabei verstand es keiner so gut wie er, Beispiele für die unterschiedlichsten Vorgänge zu finden(„Die größte Flächensanierung hatten wir in den Jahren 1939 – 1945„), womit er den Unterricht etwas erträglicher machte. So wurden aus älteren Patienten „Karteileichen„ oder ein nettes Stübchen, wie zum Beispiel das Café Bauer, wurde zum „Café Klebearsch„.

Immer wieder schön waren die unzähligen Geschichten, die er uns aus seinem Leben erzählte. Er erklärte uns, warum ein Wein wie schmeckt, welche Erfahrungen er mit welchen Weinsorten gemacht hat und das er von einem seiner anscheinend überall ansässigen Bekannten regelmäßig eine Kiste Wein geschickt bekommt. Er machte uns mit den Vorgängen „auf dem Bau„ betraut, gab uns Tipps, welche Kneipe oder welches Restaurant man unbedingt mal aufsuchen sollte und schwärmte von Frankreich. Wir nahmen all das hin und dachten still bei uns, dass Herr Bahrke schon mindestens viermal gelebt haben muss.

Wir blieben auch vor seiner persönlichen Meinung zu gewissen Dingen nicht verschont, wenn er über die Gesamtschule lästerte, Witze über Frauen riss oder Kursmitglieder mit wochenlanger Folter und wenig liebevollen Bemerkungen teilweise wirklich völlig entmutigte. Oft war es aber einfach nur lustig, wenn er über die Elsa – Schüler schimpfte, die ständig zu spät kamen („Wo bleiben denn die Affen vom Elsa?“), nicht besonders fit waren („Tritt der Tod ein? Du guckst wie ein Eichhörnchen“) oder einfach keine Lust hatten („Mensch Wischmann du Arsch, setz dich hin“).

Festzuhalten bleibt: wir haben viel von Ihnen gelernt, Herr Bahrke, und möchten Ihnen recht herzlich für die vielen Stunden, die vielen Aufgaben und den vielen netten Bemerkungen danken, die uns im weiteren Leben sicher weiterhelfen werden. Machen Sie weiter so.

Andreas K.

Hintere Reihe, von links: Sonja G., Gerhard W., Vera K., XXX, Kathrin P., Sebastian L., Tobias S.; Vordere Reihe, von links: Johannes S., Monsieur Bahrke, Christian L., Thorsten H., Dominik A., Susanne B., Tim V., Daniel N.