Mathe-LK bei Herrn Woitecki - Echt Scha(r)f!

So sitzen wir nun hier und sollen kreativ sein, schließlich muss ein Abizeitungsartikel lustig werden. Doch irgendwie finden wir keinen rechten Anfang, plaudern eigentlich nur über Gedönkes aus 2 ½ Jahren „Hardcore“-Mathe-Leistung, Geschichtchen von der legendären Kursfahrt nach Florenz, diversen Grillpartys und können uns ob der Eigenarten unseres Schäfers, im Volksmund als Uli W. aus O. bekannt, ein Lachen nicht verkneifen… Denn da gibt es vielleicht viel zu erzählen. Doch fangen wir schön von vorne an und bringen unsere massenhaften Assoziationen in eine logische Reihenfolge:
Wenn man je einem Lehrer vorwerfen kann, seinem Lehrauftrag nicht ordnungsgemäß nachzukommen, so ist es Herr Woitecki garantiert NICHT! Denn für rund 16 verlorene Schäflein hieß es alle 2 Tage mit dem Pausengong um 10.05h, sich schleunigst auf den Weg zu machen, um pünktlich ihre Lernwiese zu erreichen, auf der sich der Schäfer mit 99%iger Wahrscheinlichkeit bereits zum Ritual eingefunden hat, die Tafel mit akribischer Genauigkeit blitzblank zu putzen. Nach der Drittelung derselben ging es auch schon los:
Die armen Schäflein wurden mit einer Fülle von Aufgaben bombardiert, die einige Opfer forderte, andere bis an die Grenze ihrer Leistungsfähigkeit trieb, zwei fleißige Schäflein jedoch völlig unbehelligt ließ und sie überhaupt erst in Erscheinung traten, wenn alle anderen bereits betreten gen Pausenwiesen schauten. Der Aufenthalt auf diesen war jedoch auf haargenau 5 Minuten bemessen. Sollte sich jedoch ein Schäflein während dieser Zeit in eine Nachbarherde verirrt und sich nicht pünktlich auf der Lernwiese eingefunden haben, so ließ es sich der Schäfer nicht nehmen, es persönlich wieder einzusammeln.
Ach, der gutmütige Schäfer bemühte sich so sehr, den lieben Kleinen die faszinierenden Seiten der Mathematik schmackhaft zu machen. An seinen kindlichen Begeisterungsstürmen über scheinbar endlose Flächen entzündete sich wahrscheinlich das Interesse einiger Schäfchen, entflammt wurde es allerdings erst durch artistische Einlagen mit schwebenden „Lapsi-Buntstiften“, High-Tech-Linealen oder gar Tischen, die sich ihnen als Vektoren, Ebenen und Schnittgeraden präsentierten. Zur weiteren Erheiterung trugen unter anderem das vom Schäfer persönlich erlassene „Leise-Nies-Verbot“ und die spontanen Kommentare desselbigen zum Kleidungsstil eines besonders auffälligen Zöglings bei („Immer schön erklären, Andreas, sonst achten wir mehr auf deine Hose als auf alles andere!“).
So brachte er die Herde bis auf wenige verlorene Schafe sicher durch tiefe Täler (absolute Tiefpunkte) und über streng monoton steigende Wege auf sonnige Hoch-Ebenen, die bisweilen Austragungsort ausgelassener Grillpartys wurden. Auf diesen wollte der Schäfer sie, zum Leidwesen seiner Frau, weiterhin mit Kunststücken aller Art beglücken. Vor allem der Zaubertrick mit dem Fön war bewundernswert, obgleich sich im Nachhinein nur die mutigsten Schäfchen an die mit Asche panierten Koteletts wagten.
So locker und entspannt die Atmosphäre auf der Lernwiese auch war, desto intensiver war die Arbeit in den heimischen Ställen, je näher der Tag des Marsches auf die Klausurwiese rückte. Seltsamerweise wurde ein Schaf der Herde kurz vor der Abreise stets von einer heimtückischen Krankheit befallen, die komischerweise nur Frau Dr. [zensiert] diagnostizieren konnte. Der arme, gestresste Schäfer musste sich wegen des „schwarzen Schafes“ nun ein paar Wochen später noch einmal auf die Reise machen, da auch dieses in den Genuss der Leistungsabfrage kommen sollte.(„Bledi, wo bist du?“)
Nach 2½ Jahren regelmäßiger „Schäferstündchen“, von denen höchstens acht ausfielen (davon nur eine wegen Krankheit, die selbstverständlich zur Freude aller NACH der Zeugnisausgabe nachgeholt wurde), war letztendlich jedes kleine Schäflein gewappnet, sich auch ohne den Schutz des fürsorglichen Schäfers in der großen weiten Welt der Integrale, Vektoren, Schnittgeraden und Ableitungen zurechtzufinden.

Lieber Herr Woitecki, die Klausuren sind geschrieben und wir haben wahrlich keinen Grund mehr, uns bei Ihnen einzuschleimen, aber: SIE SIND WIRKLICH DER BESTE!!! Vielen, vielen Dank für diese großartige Zeit, Ihr Mathe-LK

Sebastian L., Antje N.

Hintere Reihe, von links: Nicole R., Carola F., Sascha F., Antje N., Denise F., Sabine S., Andreas K., Herr Woitecki, Mark V., Thomas B., Daniel F., Klaus S., Cengizhan D.; Vorne, von links: Daniel H., Bijan K., Sebastian L.