USA - Fahrt 1997

In aller Frühe des 22. März 1997 trafen 22 Schüler und Schülerinnen sowie Herr Wüsthoff und Herr Luft am Flughafen Düsseldorf ein. Die Aufregung war groß, denn so etwas erlebt man nicht alle Tage. Ein Monat ohne Eltern, in einer fremden Familie, an einer fremden Schule, in einem fremden Land, mit einer fremden Sprache! Das war wahrhaftig eine Herausforderung für jeden einzelnen Teilnehmer! Es konnte nichts mehr schief gehen, denn an Vorbereitung hatte es nicht gemangelt. Dafür hatten unsere beiden Lehrer gesorgt. Schon ein Jahr vor der großen Reise trafen wir uns regelmäßig, um uns fit zu machen. Wir begaben uns jede Woche nach dem Unterricht in den Video Room II, um den Worten der Herren Luft und Wüsthoff zu lauschen. Wir bereiteten uns intensiv vor. Hervorzuheben sind hier die "Presentations" und die super Fahrt nach Sasput. Wir konnten also beruhigt in den Flieger steigen.
Als wir nach ca. 11 Stunden ausstiegen, empfingen uns 24° Celsius, eine strahlende Sonne und eine ebenso strahlende Frau Schmalenberger samt Mann und einige ehemalige Austauschschüler. Nun hatte die Erlebnisreise erst richtig begonnen. Wir hatten drei Tage San Francisco vor uns und genossen diese in vollen Zügen. Wir machten eine Fahrt mit den berühmten cable cars, bestiegen Twin Peaks und einige von uns joggten – die Trägen fuhren – über die Golden Gate Brücke. Manch einer sah nicht ganz so viel von dieser wundervollen Stadt: Das McDonalds Essen hatte ihnen übel zugesetzt. So mussten wir uns in zwei Gruppen aufteilen: Die Gesunden und die Kranken. Letztgenannte brauchte man nicht lange zu suchen - sie hinterließen an fast jeder Ecke ihre "Spur".
Leider zu schnell kam der Tag, an dem wir gen Norden in Richtung Vancouver, Washington, starteten. Die Landschaft und das Meer waren traumhaft, doch die Fahrt ziemlich strapaziös. Wir verbrachten 90% der Fahrt im Van. Unterwegs kamen wir in den Genuss der Giant Trees, des Whale Watching Points (auch wenn wir vergeblich watchten) und des Strandes. Abends kehrten wir in Motels ein, wo einige gleich ins Bett fielen, andere auf Anordnung der Direktion wieder auszogen (nicht wahr, Daniel?). Die letzte Station vor der Ankunft waren die Sand Dunes. Hier ließ es sich kaum einer nehmen, einen Sprint in die Tiefe zu machen.
Nun war der Moment der größten Spannung gekommen: Wir lernten unsere Austauschpartner persönlich kennen. Der Schutz der Gruppe wurde aufgelöst, und jeder begab sich in die Obhut seiner Gastfamilie. Wir lernten die Gewohnheiten der Amerikaner kennen, zu erwähnen wäre die fat free Milchprodukte, die bestimmt jedem in Erinnerung geblieben sind. Wir hatten ein Wochenende uns einzuleben und trafen zwei Tage später in den Schulen zusammen: Die einen in der Columbia-River-Highschool, die anderen im Clark College. Hier ging es doch recht unterschiedlich zu. Die "Highschooler" bekamen einen festen Stundenplan zugeteilt, den sie strikt zu befolgen hatten, die "Colleger" stellten ihren eigenen Plan zusammen und erforschten sonst den Campus. So lernten wir den Schul- bzw. College-Alltag kennen. Nach der Schule blieb immer Zeit für innerfamiliäre Aktivitäten oder Treffen mit Mitschülern.
Ein weiterer Höhepunkt war der zweitägige Ausflug nach Seattle. Wir lernten eine zweite Großstadt mit ihren Attraktionen kennen. Von Space Needle bis zu fliegenden Fischen gab es dort alles zu sehen. Nun waren schon drei Wochen vergangen. Die einen besuchten weiterhin das College, die anderen genossen die "spring break". Zwei hatten sogar das Glück, Las Vegas und den Grand Canyon kennen zulernen.
Der Tag des Abschieds nahte, und wir Austauschschüler bereiteten unsere Good-bye-Party vor. Von "Damen-Ballett" bis Männerstrip war hier alles dabei, und die Feier kann nur als voller Erfolg gewertet werden. Am Tag des Abschieds herrschte größtenteils eher Trauer, denn drei Wochen engster Kontakt lassen sich nicht so leicht verdrängen, manche Tränen auch nicht. Es bleibt nur zu sagen, dass es ein wundervolles, erfahrungsreiches und allemal lohnenswertes Erlebnis war, welches keiner von uns so schnell vergessen wird. Hiermit nochmals ein großes Dankeschön an Frau Schmalenberger, Herrn Lorentzen, Herrn Luft und Herrn Wüsthoff für ihren tatkräftigen Einsatz.

Susanne B.